青岛 Qingdao
Nach nicht gerade viel Schlaf sind wir um 5:30 Uhr in Qingdao angekommen und haben uns von einem der typischen Chinesen am Bahnhof zu einem günstigen Hotel führen lassen. Leider mussten wir etwa zehn Hotels mit ihm abklappern, weil entweder kein Zimmer (für Ausländer) frei war oder der Preis uns nicht gefiel, bis wir dann endlich in einem annehmbaren Hotel über einem Restaurant unweit des Bahnhofs für 30,- 元 / Nacht untergekommen sind. Leider haben wir erst spät abends herausgefunden, wie die versprochene Heizung in den Räumen angeht (oder eher, dass sie überhaupt vorhanden ist). In der Dusche auf dem Stockwerk stand auch gleich eine Waschmaschine, was das Duscherlebnis recht eng machte – dafür gab es immerhin schön heißes Wasser.
Kaum angekommen in einer der Hauptstädte des 螳螂拳 (tanglang quan), müssen wir uns auch schon direkt um Tickets hier weg kümmern. Da die Schlange am Bahnhof jedoch endlos erscheint, verschieben wir das auf später, um dann in Hotelnähe in einem Reisebüro zu buchen.
Qingdao ist unter anderem für seine (im Sommer) beliebten Strände bekannt, also sind wir direkt mal zum nächsten der insgesamt sechs Strände gelaufen. Leider hatten wir mit dem Wetter nicht ganz so viel Glück, so dass wir mit einem neblig kalten, regnerischen ersten Tag in Qingdao vorlieb nehmen mussten. Vom Strand ging es dann weiter durch die Altstadt, wo wir auf jede Menge alte Häuser aus der deutschen Kolonialzeit stoßen. All diese Häuser sind mit einer Plakette ausgezeichnet die besagt: „Historic Excellent Architecture“ (
) – na wenn das mal nicht ein Lob an die deutschen Architekten ist. Was weiterhin auffällt ist, dass Qingdao’s Straßen nicht wie in den meisten chinesischen Städten gerade sind und ein simples Gitter bilden, sondern, wie aus Europa gewohnt, kreuz und quer und sogar kurvig verlaufen. Durch diese Straßen gelangen wir an einen kleinen Park auf einem Hügel, den wir kurz besuchen. Von dessen heruntergekommenem Kugelkonstrukt (wahrscheinlich dem Brüsseler Atomium nachgeahmt) unbeeindruckt schlendern wir nach kurzer Mittagspause zu unserem ersten daoistischen Tempel (
) ), der zwar recht klein aber ganz nett ist. Vor dem Regen fliehend ziehen wir uns dann ins SPR Cafe (
) ) im Ocean Elite Hotel zurück, um Cappuccino zu schlürfen und ein paar der dort ausliegenden Spiele auszuprobieren. Gegen Abend laufen wir dann schnell noch zur St. Michael’s Catholic Church (
) , dessen sauber weiße Innendekoration den sonst meist golden verzierten Kirchen Europas eine schöne Schlichtheit entgegensetzt. Unweit entdecke ich auch ein Restaurant mit echtem “Chinese Sauer Kraut” (
)
Nach kurzem Auffrischen im Hotel geht’s dann zur Minjiang Lu. Nach Lonely Planet soll es dort neben vielen Restaurants & Bars auch eine Jazz Bar mit Live Musik geben. Da der Laden aber leergefegt war, haben wir uns erstmal Abendessen in einem ganz netten und günstigen Restaurant gegönnt. Qingdao typisch gab es eine menge leckeren Fisch, Meeresfrüchte und 肉串 (rouchuan – Fleischspieße). Man konnte sich sogar alle Gerichte vorher ansehen und dann direkt bestellen. Satt gegessen ging es dann weiter in eine Blues Bar, dessen Visitenkarte halb von einer deutschen Bar kopiert worden war – sogar die deutsche Adresse ist noch drauf (
). Neben guten normal teuren Drinks wurde uns dort auch Live Musik von einem Keyboardspieler und zwischendurch einer Chinesin, die um einiges besser als der Mann singen konnte, serviert. Trotzdem sind wir dann doch recht früh wieder ins Hotel, um für den morgigen Tag fit zu sein.




